Cloud kann für Unternehmen einen entscheidenen Vorteil bieten, dennoch gilt Vorsicht geboten.

Cloud-Ausfall?! Warum AWS & Azure trotzdem Sinn machen und wie Sie sich bei einem Ausfall absichern

IT-Infrastruktur

Cloud ist gut. Backup & Fallback sind Pflicht: Was KMU jetzt richtig machen müssen, wenn sie ihre Dienste in die Cloud auslagern. „Die Cloud ist doch immer verfügbar“. Dieser Glaube ist weit verbreitet. Doch leider stimmt das in der Realität nicht immer. In diesem Beitrag geht es um reale Ausfälle bei AWS, Azure und Cloudflare. Wir zeigen, warum die Cloud-Verfügbarkeit zwar meist besser ist als On-Premise, es aber trotzdem einen Notfallplan, Cloud Backup für Unternehmen und Risikomanagement braucht.

Worauf Unternehmen bei Cloud-Diensten achten sollten:

  • Cloud-Dienste können ausfallen. Auch große Anbieter wie AWS, Azure oder Google Cloud hatten in den letzten Jahren mehrfach Störungen.
  • Backups sind nicht automatisch enthalten. In vielen Cloud-Diensten liegt die Verantwortung für Datensicherung beim Unternehmen selbst.
  • Ein Notfallplan ist entscheidend. Unternehmen sollten wissen, wie sie bei einer längeren Cloud-Störung arbeitsfähig bleiben.

AWS (Amazon Webservices), Azure (der Cloud-Dienst von Windows) und die Google Cloud sind die drei größten Cloudanbieter der Welt. Doch im Jahr 2025 gab es bei allen Cloud-Diensten bedeutende Störungen, die es immer wieder in die Medien geschafft haben. Überraschend ist das eigentlich nicht. Gerade AWS dient in vielen Bereichen als Infrastrukturkomponente.

Wenn beim Schreiner XY der Server nicht geht, interessiert das niemanden. Wenn jedoch viele Dienste betroffen sind, bekommt das in den Medien Präsenz. Ein Ausfall von AWS kann gleichzeitig tausende oder abertausende Menschen betreffen.

Gibt es im komplexen System der Cloud-Dienste eine Störung, kann sich das wie eine Kettenreaktion auf viele andere Bereiche auswirken. Dann gehen viele Systeme und Dienste offline. Bei einem der großen Ausfälle in diesem Jahr waren die eigenen Amazon-Services betroffen. Es gab Störungen und Probleme auf den Amazon-Webseiten. Eine Störung bei Netflix kann ebenfalls auf ein Problem bei AWS oder Google zurückgehen. Schließlich greifen viele Firmen auf die Cloud-Dienste großer Anbieter zurück.

Die gängigsten Argumente rund um die Cloud und was es damit auf sich hat

In Diskussionen rund um die Cloud gibt es viele scheinbar valide Argumente, Mythen und Falschannahmen. Wir entkräften die häufigsten Argumente und erklären, was wirklich dahintersteckt.

Argument 1: Die Cloud ist pauschal besser

Die Pauschalaussage „Ich muss unbedingt in die Cloud, weil es immer besser, sicherer, schneller und günstiger ist“, stimmt nicht! Zwar sind solche Stories durch das Marketing und die Aussagen von Experten präsent, sie treffen aber nicht zu 100% zu. Konkret kommt es auf den Anwendungszweck und die Strategie an.

In vielen Belangen ist die Cloud tatsächlich besser und sicherer. Das liegt daran, dass die großen Anbieter viele Themen sehr professionell angehen. Bei Sicherheitslücken ist der Anspruch des Anbieters, diese sehr schnell zu beheben. Das erhöht die Sicherheit der User.

Argument 2: Die Verfügbarkeit ist besser.

Was die Verfügbarkeit angeht, kann die Cloud Vorteile haben. Wenn Sie als Anwender ein Update installieren, geht das mit einer Downtime einher. In der Cloud betrifft Sie das in der Regel nicht. Gibt es jedoch eine ernsthafte Störung, betrifft diese Störung mit einem Mal sehr viele Kunden.

Argument 3: Die Cloud ist günstiger

Das kann in manchen Szenarien der Fall sein. Wenn Sie punktuell sehr viel Leistung abrufen, den Großteil der Zeit jedoch nur wenig Leistung benötigen, können Cloud-Dienste günstiger sein.

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist das Outsourcing jedoch teurer als in eine On-Premise-Lösung zu investieren.

Diesen Fehler machen viele, wenn sie in die Cloud gehen

Wer sich für die Cloud entscheidet, gibt mit dieser Entscheidung vieles ab. Doch Unternehmen vergessen dabei, was sie selbst für ihre IT-Sicherheit tun können und müssen.

Viele Cloudanbieter stellen zwar die Ressourcen bereit, aber sie führen keine Datensicherung durch. Dann gilt es einen zweiten Service für das Backup zu buchen oder die Daten lokal zu sichern.

Ein Beispiel ist Microsoft 365 Business Premium. Viele Kunden nutzen mit der Lizenz Dienste wie OneDrive, Sharepoint oder Exchange online. Wenn Sie die Daten der Systeme sichern wollen, müssen Sie für diesen Dienst extra bezahlen.

Unsere Empfehlung lautet: Entscheiden Sie sich für das Backup immer für einen Drittanbieter, der unabhängig läuft

Ein Beispiel aus der Praxis: Störung bei Microsoft 365 & E-Mail-Versand

E-Mail ist ein kritisches Thema, weil der Service permanent und in Echtzeit wichtig ist. Angenommen, Sie verwalten Ihre E-Mails über Microsoft 365 und es gibt dort eine längere Störung. Was ist Ihr Plan B?

  • Nichts!
  • Umstellung auf einen anderen E-Mail-Dienst
  • Einrichtung eines eigenen Exchange-Servers
  • Zugriff über die E-Mail-Archivierung, die im besten Fall woanders liegt
  • Zugriff über Ihre E-Mail-Security-Lösung als Notfalllösung: Das funktioniert, wenn die Security-Lösung die E-Mails zuvor angenommen hat.

Fazit: Was tun, wenn die Cloud ausfällt?

Machen Sie sich schon bei der Auswahl der Lösungen Gedanken über Ihren Action- bzw. Risikoplan, um im Notfall ein paar Tage überbrücken zu können. Setzen Sie für sich fest, ab welchem Zeitpunkt die Notfalllösung nicht mehr tragbar ist und eine Alternative nötig ist. Denn schließlich dauert es von der Entscheidung bis zur Umsetzung einige Tage, bis etwa die Hardware beschafft ist.

IT-Tipp der Woche: Backup ist besser!

Wenn Sie Cloudservices nutzen, achten Sie darauf, dass Sie von allen Daten ein Backup haben. Im besten Fall regelmäßig und automatisiert sowie lokal und in der Cloud. Das entspricht der Empfehlung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Fragen Sie gerne bei Ihrem SaaS-Anbieter nach, wie er es mit dem Backup handhabt oder lesen Sie in den AGB nach, ob Sie eine Bringschuld dafür haben.