TriNotar und andere Notariatssoftware gehört geupdatet. In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen, wie ein TriNotar-Update von uns gemanaged wird.

TriNotar-Update sicher durchführen — so läuft es in der Praxis

Notare

Ein TriNotar-Update ist die Installation einer neuen Version der Notariatssoftware von Wolters Kluwer. Der Hersteller stellt Updates ausschließlich über das Internet bereit, und die Installation startet immer manuell — nie automatisch im Hintergrund. Genau das macht den Vorgang gut planbar: angekündigtes Wartungsfenster, Prüfpunkt als Absicherung, Update, kurzer Funktionstest, Freigabe. Aktuelle Version: Build 26.9.27575 vom 16. Juni 2026 (Stand: Juli 2026).

Ein TriNotar-Update ist kein Großprojekt. Entscheidend ist nicht technische Komplexität, sondern Disziplin in der Reihenfolge. Diese Anleitung zeigt den Ablauf, mit dem wir in der IT-Betreuung für Notariate — über 60 Notariate bundesweit — TriNotar-Updates als Routine durchführen.

Wie TriNotar-Updates technisch funktionieren

Drei Eigenschaften der Update-Mechanik bestimmen den ganzen Ablauf:

  • Updates kommen ausschließlich online. Wolters Kluwer veröffentlicht neue Versionen samt Update-Dokumentation und Änderungshistorie; installiert wird über die Online-Update-Anwendung, das TriNotar-Update-System.
  • Der Start ist immer manuell. Laut Hersteller-Dokumentation wird ein Online-Update ausschließlich manuell durch einen Benutzer gestartet und läuft dann automatisch durch. Eine zeitgesteuerte Selbst-Aktualisierung gibt es aus Sicherheitsgründen nicht — das Wartungsfenster bestimmen Sie.
  • Die Verteilung läuft zentral. Der IT-Dienstleister installiert das Update auf dem Applikationsserver, auf dem sich auch die TriNotar-Datenbanken befinden. Arbeitsplätze und Terminalserver versorgt anschließend ein interner Update-Dienst — die neue Version zieht beim nächsten Start von TriNotar nach.

Einen Gesamtüberblick zu TriNotar im Notariat — Module, Schnittstellen und HTH-Leistungen — finden Sie auf unserer TriNotar-Seite.

Der Update-Ablauf aus der Notariats-Praxis

Der folgende Ablauf ist unser Standard in betreuten Notariaten. Das Prinzip: erst absichern, dann aktualisieren, dann testen.

Vor dem Update: Termin und Vorbereitung

  1. Update-Verfügbarkeit prüfen. Grundlage sind die Update-Unterlagen des Herstellers; die Änderungshistorie zeigt, was die neue Version mitbringt. Üblicherweise prüft der IT-Dienstleister dies bei betreuten Notariaten regelmäßig.
  2. Termin mit dem Notariat abstimmen. Das Wartungsfenster liegt außerhalb der Beurkundungszeiten. Außerdem werden Updates vor Notariats-Hochzeiten oder Großbeurkundungen verschoben – schließlich lohnt kein Update einen Beurkundungs-Ausfall.
  3. Monitoring in den Wartungsmodus setzen. Die betroffenen Server — Applikationsserver, Virtualisierungs-Host, Terminalserver — werden für den Update-Zeitraum in den Wartungsmodus der Überwachung gesetzt. Dadurch laufen keine Fehlalarme auf, und nach dem Update greift das Monitoring nahtlos wieder.

Eine Stunde vorher: das Team informieren

  1. Mitarbeiter informieren. Das Notariat erhält die Information, um wie viel Uhr das Update startet — verbunden mit der Bitte, dass alle Mitarbeiter TriNotar und die Office-Produkte beenden. Offene Word-Dokumente sind eine der häufigsten Ursachen für hängende Update-Läufe; allgemeine Fehler beim Updaten behandeln wir in einem eigenen Artikel.

Kurz vor dem Update: absichern

  1. Prüfpunkt setzen. Rund 15 Minuten vor dem Start wird auf dem Virtualisierungs-Host ein Hyper-V-Prüfpunkt des Applikationsservers erstellt. Das ist der definierte Rückkehrpunkt, falls etwas schiefgeht — der BSI-IT-Grundschutz fordert für jedes Patchen eine Rückfall-Lösung. Der Prüfpunkt ergänzt die reguläre Datensicherung, er ersetzt sie nicht; den größeren Rahmen beschreibt der IT-Notfallplan.
  2. Angemeldete Nutzer prüfen. Direkt vor dem Start wird am Applikationsserver kontrolliert, wer noch in TriNotar angemeldet ist. Ist noch jemand aktiv, klärt das ein kurzer Anruf im Notariat.

Das Update durchführen

  1. Systemdienst neu starten. Der TriNotar-Umgebungsdienst wird neu gestartet, damit die Installation auf einem sauberen Stand aufsetzt.
  2. Update installieren. Das TriNotar-Update-System wird gestartet und die Installation angestoßen — ab hier läuft sie automatisch durch.

Nach dem Update: testen und freigeben

  1. Funktionstest. Der IT-Dienstleister startet TriNotar zunächst testweise auf dem Applikationsserver. Anschließend öffnet er TriNotar auf den Terminalservern, damit die Client-Aktualisierung durchläuft. Falls sie nicht automatisch startet, stößt er das Update direkt auf dem jeweiligen Terminalserver an. Zum Test gehören ein geöffneter Vorgang, ein Probedruck — und ein kurzer Blick auf die Anbindung an XNP und das besondere elektronische Notarpostfach (beN); Anwaltsnotare prüfen ergänzend das beA. Hintergründe zu den Übermittlungswegen liefert unser Artikel zum elektronischen Rechtsverkehr im Notariat.
  2. Freigabe und Nachbereitung. Das Notariat erhält telefonisch die Rückmeldung, dass das System wieder bereit ist — verbunden mit einem testweisen Start durch die Mitarbeiter. Einen Tag später löscht der IT-Dienstleister den Prüfpunkt, sofern der Betrieb stabil läuft. Prüfpunkte dienen ausschließlich als Absicherung für den Update-Tag und ersetzen kein dauerhaftes Backup. Damit endet auch der Wartungsmodus im Monitoring.

Sie möchten TriNotar-Updates nicht selbst durchführen? HTH übernimmt den kompletten Ablauf — von der Verfügbarkeits-Prüfung bis zur Freigabe — als planbaren Service. Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch vereinbaren.

Der Ablauf im Überblick

SchrittZeitpunktZweck
Verfügbarkeit prüfen, Termin abstimmenTage vorherNeue Version kennen, Wartungsfenster festlegen
Monitoring-WartungsmodusUpdate-ZeitraumKeine Fehlalarme
Team-Information1 Stunde vorherTriNotar und Office beenden
Prüfpunkt setzen15 Minuten vorherRückkehrpunkt (Fallback)
Anmelde-CheckDirekt vorherKeine aktiven Sitzungen
Dienst-Neustart, Update installierenWartungsfensterSauberer Stand, Installation
Test und FreigabeDirekt danachApplikationsserver, Terminalserver, Schnittstellen
Prüfpunkt löschen1 Tag danachNachbereitung, Normalbetrieb

Wann selbst, wann mit Dienstleister?

Notariate mit technisch versiertem Personal können TriNotar selbst aktualisieren — der Vorgang ist überschaubar, die Hersteller-Unterlagen sind solide. Begleitung lohnt sich vor allem in drei Konstellationen:

  • Es gibt keinen definierten Ablauf für Wartungsfenster, Absicherung und Test — jedes Update wird improvisiert.
  • Die Umgebung ist virtualisiert und mit Terminalservern aufgebaut, aber intern fehlt die Routine mit Prüfpunkten und Client-Verteilung.
  • Niemand prüft regelmäßig, ob eine neue Version verfügbar ist — die Installation veraltet unbemerkt.

HTH übernimmt den Ablauf wahlweise als Begleitung oder komplett als Service. Ergänzend bereiten TriNotar-Schulungen Ihr Team auf geänderte Funktionen nach dem Versions-Wechsel vor.

Häufige Fragen zum TriNotar-Update

Ja. Wolters Kluwer stellt Updates ausschließlich online bereit; die Installation wird immer manuell gestartet und läuft dann automatisch durch. Eine zeitgesteuerte Selbst-Aktualisierung gibt es aus Sicherheitsgründen nicht — das Wartungsfenster bestimmen Sie selbst.

Das hängt von der Umgebung ab: Anzahl der Arbeitsplätze, Terminalserver, Datenbestand. Mit sauberer Vorbereitung reicht in der Regel ein kurzes, angekündigtes Wartungsfenster außerhalb der Bürozeiten — danach arbeitet das Team direkt weiter.

Zwei Dinge: eine aktuelle Datensicherung und ein Prüfpunkt (Snapshot) des Applikationsservers auf dem Virtualisierungs-Host. Der Prüfpunkt ist der schnelle Rückkehrpunkt für den Update-Tag und wird einen Tag nach dem erfolgreichen Update wieder gelöscht.

Nach der Installation auf dem Applikationsserver wird TriNotar auf jedem Terminalserver einmal gestartet, damit die Client-Aktualisierung durchläuft. Startet sie nicht automatisch, wird das Update dort lokal angestoßen. Erst wenn alle Terminalserver auf dem neuen Stand sind, wird das System freigegeben.

Außerhalb der Beurkundungszeiten, abgestimmt mit dem Notariat. Eine Stunde vor dem Start werden alle Mitarbeiter informiert und beenden TriNotar sowie die Office-Produkte. Vor Notariats-Hochzeiten oder Großbeurkundungen wird das Update verschoben.

Über die Update-Dokumentation und Änderungshistorie von Wolters Kluwer. Aktuell ist Build 26.9.27575 vom 16. Juni 2026 (Stand: Juli 2026). In betreuten Notariaten übernimmt der IT-Dienstleister die regelmäßige Prüfung — Sie erfahren dann direkt einen Termin-Vorschlag.

HTH als TriNotar-Begleitung

HTH betreut über 150 Notariate bundesweit — TriNotar-Updates gehören bei uns zur Routine, mit festem Ablauf von der Verfügbarkeits-Prüfung bis zur Freigabe. Sie möchten wissen, wie das für Ihr Notariat aussieht? Sprechen Sie kurz mit uns über eine TriNotar-Beratung. Das Erstgespräch ist kostenfrei und dreißig Minuten lang.