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Neben normalen Servern geistert oft auch der Begriff Terminalserver durchs Netz. Doch was ist ein Terminalserver überhaupt? Was bringt dieser und wann brauchen Sie so etwas? In diesem Artikel beleuchten wir die Vor- und Nachteile.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist es für viele Unternehmen zum Alltag geworden, dass ihre Mitarbeiter nicht mehr vorwiegend lokal von der Firma aus arbeiten. Häufig arbeiten sie auch von zu Hause aus. Dieser Boom des Home-Office stellt auch hohe Anforderungen an die digitale Infrastruktur von Unternehmen: viele Anwender greifen gleichzeitig und von verschiedenen Standorten aus auf die Firmenressourcen zu. Das kann eine Herausforderung für Ihre IT sein. Welche das sind und wie Ihnen ein Terminalserver dabei möglicherweise helfen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Herausforderungen für Ihre IT durch Home-Office

In der Regel hat ein Unternehmen einen Server und mehrere Leute teilen sich zentrale Ressourcen. Sie greifen dann über eine direkte Verbindung zwischen dem eigenen PC und  dem Server auf Daten zu. Bei einem Programm, das auf eine Datenbank zugreifen muss, erfolgt die Verbindung in der Regel über das lokale Netz und nicht über das Internet. Beispiele für solche Programme sind ERP (Enterprise Resource Planning)- oder CRM (Customer Relationship Management)-Programme. 

Ist Ihr Mitarbeiter im Home-Office, nutzt er auch dieses lokal installierte Programm. Er baut eine sichere VPN-Verbindung zum Firmennetz auf und kann darüber Zugriff auf die Datenbank erhalten. Ein Problem dabei kann die Internetverbindung des Anwenders sein. Ist die Verbindung zu schwach, funktioniert die Übertragung der Datenbank-Pakete zum Teil sehr langsam. Dadurch kann Ihr Mitarbeiter nicht so produktiv arbeiten wie gewohnt. Eine sinnvolle Alternative kann ein Terminalserver sein. 

Was ist ein Terminalserver?

Ein Terminalserver befindet sich ähnlich einem „normalen“ Server im Firmennetz. Allerdings ist er nicht nur ein Speicher, beispielsweise für Datenbanken, sondern ermöglicht mehreren Anwendern, sich parallel anzumelden und gleichzeitig darauf arbeiten zu können.

Ein Programm muss nur einmal dort installiert werden und steht damit automatisch mehreren Nutzern gleichzeitig zur Verfügung. Wenn ein Mitarbeiter mit dem Programm arbeiten möchte, braucht er dieses nicht mehr lokal auf dem eigenen PC. Er meldet sich einfach auf dem Terminalserver an und kann so die Anwendung bedienen.

Hat ein Terminalserver nicht die nötige Leistungsfähigkeit, so kann diese kaskadiert werden. Dadurch werden Ressourcen und Lasten geteilt. Ein Anwender, der sich neu anmeldet, bekommt automatisch die benötigten Ressourcen. Dabei gelangt er auf den Bereich des Terminalservers, der über die meiste Rechnerleistung verfügt. So erfolgt eine gleichmäßige Auslastung.

Die Arbeit aus dem Home-Office kann damit um einiges effizienter gestaltet werden, da die Anforderungen an die eigene Infrastruktur geringer sind. Ihre Mitarbeiter sind ortsunabhängig und brauchen lediglich eine Verbindung zum Terminalserver.

Für größere Umgebungen vereinfachen Terminalserver oftmals auch den Administrationsaufwand. So müssen beispielsweise für 200 Mitarbeiter nicht 200 Einzelinstallationen gepflegt werden, sondern lediglich die Installation auf einem oder wenigen einzelnen Terminalservern. Durch diese Vereinfachung gewinnen Sie zusätzlich an Sicherheit und arbeiten oft auch ökologischer, da weniger Bandbreite benötigt wird.

Ein Beispiel für eine gute Anwendung von Terminalservern kann die Buchhaltungsabteilung mit mehreren Mitarbeitern sein. Denn insbesondere in der Buchhaltung sind Arbeitsprozesse sehr stark standardisiert und die Anzahl der benötigten Programme ist überschaubar. Diese beschränken sich meist auf die typische Buchhaltungssoftware DATEV, Microsoft Office Programme und den Zugriff auf ein ERP System. Dadurch können Sie dieses Szenario sehr gut über eine Client-Terminalserver-Umgebung abbilden.

Welche Vorteile bietet ein Terminalserver?

Die Verwendung eines Terminalservers bringt mehrere Vorteile mit sich.

  1. Die Arbeit erfolgt über den Terminalserver mit einer Anwendung, die direkt auf dem Server installiert ist, der sich direkt im Unternehmen befindet. Der PC, mit dem die Verbindung aufgebaut wird, ist ortsunabhängig und benötigt lediglich eine Internetverbindung. Die Anwendung greift nicht über eine direkte Verbindung auf die Datenbank zu. Es wird lediglich die Anzeige des Programms übertragen.

  2. Diese Bilddarstellung wird bei der Übertragung zusätzlich sehr stark komprimiert. Dadurch benötigt die Terminal Sitzung wesentlich weniger Bandbreite bei der Übertragung als eine vergleichbare VPN-Verbindung mit direkter Kommunikation zwischen der Client-Anwendung im Home-Office und der Datenbank auf dem Server.

  3. Der Administrationsaufwand für die IT ist einfacher. Es müssen nur einer oder wenige Terminalserver in Bezug auf die Software-Anwendung aktuell gehalten und gepflegt werden und nicht viele lokale Installationen auf Endanwender-Geräten.

Welche Nachteile hat das Client-Terminalserver-Modell?

Doch das Client-Terminalserver-Modell hat nicht nur Vorteile, sondern auch ein paar Nachteile.

  1. Durch die zentrale Installation der Anwendung auf dem Terminalserver sind die Einstellungen und die Darstellung für alle Anwender gleich. Sie können die individuelle Bedürfnisse einzelner Mitarbeiter nicht so stark berücksichtigen. Es gibt lediglich eine stark standardisierte Darstellung, mit der der Nutzer arbeitet.
  2. Die Zugriffs- und Benutzerverwaltung muss der IT-Administrator konfigurieren. Ein offenes, uneingeschränktes System birgt das Risiko, dass viele Nutzer das System lahmlegen, wenn jeder seine individuellen Einstellungen vornehmen möchte.

Lohnt sich ein Terminalserver für mein Unternehmen?

Bei der Überlegung, ob Sie einen Terminalserver angeschaffen, müssen Sie die vorhandenen Prozesse im Unternehmen betrachten. So ist es beispielsweise wichtig, ob Sie weiterhin alle Drucker im Netzwerk damit verwenden können, oder ob die Telefon-Software weiterhin funktioniert. 

Leider bringen Terminalserver einige Einschränkungen mit sich. So kann eine Telefonanlage, die nicht aus physischen Telefonen, sondern Softphones besteht, nur sehr schwierig in einer Terminalserver-Umgebung abgebildet werden. Ebenso erfordert die Arbeit über Terminalserver, dass Ihre Mitarbeiter umdenken. So funktionieren Wechselmedien zum Beispiel nicht mit dieser Umgebung. Ebenso sind Videokonferenzen meist nur mit einer lokal installierten Software sinnvoll.

 

Für eine Entscheidung sollten Sie sich also einen Überblick über die einzelnen Prozesse und Anwendungsfälle im Unternehmen verschaffen. Danach können Sie beurteilen, ob sich ein Terminalserver für Sie lohnt.

Gerne unterstützen wir Sie bei dieser Entscheidung. Dafür können Sie gerne ein unverbindliches Beratungsgespräch mit uns vereinbaren.

Wenn Sie uns erst ein wenig näher kennenlernen wollen, hören Sie gerne in unseren Podcast rein. Die Episode zum Terminalserver finden Sie hier:

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